Jim Avignon live in Kaisersaschern - Pop-Art-Performance zum 200. Geburtstag Franziska Nietzsches

Hier finden Sie Informationen zum Ausstellungsprojekt vom 5. September bis 11. Oktober 2026.

Kunstraum Kaisersaschern – der geistige Rahmen

Thomas Mann sah sich in seinem letzten großen Roman „Doktor Faustus“, den er im erzwungenen Exil in Amerika schrieb, in der Pflicht, das „Deutsche“ nationalsozialistischer Deutungshoheit zu entreißen. Um eine Antwort auf die Frage nach dem "deutschen Geist" literarisch gestalten zu können, kreierte er „Kaisersaschern“. Als Kindheitsort seines Protagonisten Adrian Leverkühn, der an Friedrich Nietzsche erinnert, beginnt dort seine Suche. Er verortet Kaisersaschern in Mitteldeutschland, eine Stunde mit der Eisenbahn von Naumburg wie von Halle entfernt. Das ist geografisch unmöglich, aber gibt ihm die Möglichkeit, ein atmosphärisch dichtes Bild zu malen. Wir als Verein imaginieren diesen imaginären Ort nun in der Kirche St. Gangolf Pobles, in der Friedrich Nietzsche seinem Großvater lauschte.

Künstlerinnen und Künstler, die hier arbeiten und wirken, sind geprägt von der Spannung zwischen einer starken Historie und ihren belebenden wie dunklen Schatten im Heute. Sie setzen sich auseinander mit einer reichen, oft genug brutalen Vergangenheit und einer brüchigen Gegenwart. Die Kunst und Kultur Mitteldeutschlands bringt damit bis heute in die Suche nach dem Selbstverständnis der Deutschen in einem europäischen und weltweiten Kontext eine bedeutsame Stimme ein. Unter diesen Vorzeichen wird ein Ort inszeniert, dessen genius loci im Zusammenwirken und in der Auseinandersetzung mit kreativen Kräften neue Impulse für die künstlerische Arbeit und die zivilgesellschaftliche Debatte gibt.


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